Träger der Freien Wohlfahrtspflege

„Freie Wohlfahrtspflege“ ist die Gesamtheit aller sozialen Hilfen, die auf freigemeinnütziger Grundlage und in organisierter Form in der Bundesrepublik Deutschland geleistet werden.

In den Einrichtungen und Diensten der sechs in der Bundesarbeitsgemeinschaft der Freien Wohlfahrtspflege organisierten Wohlfahrtsverbände (Arbeiterwohlfahrt, Deutscher Caritasverband, PARITÄTISCHER Gesamtverband, Deutsches Rotes Kreuz, Diakonie Deutschland, Zentralwohlfahrtstelle der Juden in Deutschland) sind rund 1,4 Millionen Menschen hauptamtlich beschäftigt; schätzungsweise 2,5 bis 3 Millionen leisten ehrenamtlich engagierte Hilfe in Initiativen, Hilfswerken und Selbsthilfegruppen. Die Wohlfahrtsverbände sind föderalistisch strukturiert, d. h. die Gliederungen und Mitgliedsorganisationen sind überwiegend rechtlich selbstständig. Die Untergliederungen sind in der Rechtsform des eingetragenen Vereins organisiert. Sie sind gemeinnützig.

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Die einzelnen Untergliederungen der Wohlfahrtsverbände sind historisch bedingt von ehrenamtlichen Vereinsvorständen geführt worden. Die Untergliederungen der Wohlfahrtverbände haben in den letzten Jahrzehnten an wirtschaftlicher Bedeutung gewonnen und sich zahlreiche neue Geschäftsfelder erschlossen. Mit der Ausweitung der Geschäftsfelder ist auch eine professionelle Führung erforderlich geworden. Immer mehr Untergliederungen stellen deshalb vom ehrenamtlichen Vorstand auf einen hauptamtlichen Vorstand um. Bei der Einführung dieses Präsidiumsmodells mit hauptamtlichen Vorstand bedarf es der Änderung der Satzung unter Berücksichtigung der Vorgaben der Dachverbände, der Erstellung einer individuellen Geschäftsordnung, welche das Verhältnis zwischen dem ehrenamtlichen Präsidium und dem hauptamtlichen Vorstand regelt sowie des Abschlusses von Anstellungsverträgen. Für die hauptamtlichen Vorstände und die ehrenamtlichen Präsidiumsmitglieder ist der Abschluss eines passgenauen Versicherungsschutzes erforderlich.

Risiko-Management

Die wirtschaftlichen Risiken für Träger der Sozialwirtschaft steigen. Es kommt vermehrt zu Insolvenzen; ein Risikomanagementsystem verringert die Insolvenzrisiken.

Verstärkt werden Compliance-Maßnahmen von gemeinnützigen Trägern der Sozialwirtschaft durchgeführt. Ziel von Compliance-Regelungen ist die Vermeidung von Rechtsverstößen und von daraus resultierenden Schadensfällen. Compliance-Regelungen dienen der Haftungsvermeidung bei Vorständen und Aufsichtsräten. In der Außenwirkung erhöhen Compliance-Regelungen das Vertrauen in den Träger. Teilweise fordern Zuwendungsgeber die Umsetzung von Compliance-Regelungen. Für gemeinnützige Träger gibt es keine verbindlichen gesetzlichen Compliance-Vorgaben. Wir unterstützen Träger der Sozialwirtschaft bei der Umstellung auf hauptamtliche Vorstände sowie bei der Implementierung von Risikomanagementsystemen und Compliance-Regelungen. Dabei beachten wir bei Mandanten aus dem Bereich der Caritas die Arbeitshilfe Nr. 182 für Soziale Einrichtungen in katholischer Trägerschaft und Aufsicht sowie den Diakonischen Corporate Governance Kodex, der im Oktober 2016 von der Konferenz Diakonie und Entwicklung überarbeitet wurde.

Beratung bei Umstrukturierungen

Es kommt bei Trägern der Sozialwirtschaft verstärkt zu Umstrukturierungen in Form von Verschmelzungen (Fusionen), Abspaltungen oder Formwechseln nach dem Umwandlungsgesetz. Wir begleiten derartige Umstrukturierungen von den ersten Gremiengesprächen über die Erstellung der Entwürfe des Verschmelzungsvertrages und des Verschmelzungsberichts, die Rücksprache mit den Registergerichten und den Finanzbehörden bis zur Einladung, Durchführung und Leitung der Mitgliederversammlung. Wir unterstützen unsere Mandanten bis zur Eintragung der Umstrukturierung in das zuständige Register.

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